Der Imperial Topas

Eine Legende kehrt zurück.

 

Geschichte

Seit Jahrtausenden kennt die Menschheit den Imperial Topas Topaz und unterscheidet ihn klar vom gewöhnlichen Topas, Topaz der meist hellblau ist. Der hier besprochene Edelstein blieb schon in der Antike den Herrschern vorbehalten, da sein orange-färbiger Glanz mit dem der Sonne verglichen wurde.

3000 Jahre später war es die russische Zarenfamilie, die den pinkfarbenen Topas, Topaz der damals in Russland abgebaut wurde, exklusiv für sich in Anspruch nahm, und ihm das Prädikat „Imperial“ verlieh. Einige Herrscher europäischer Häuser, wie etwa Premysl Ottokar, der König von Böhmen, trugen auch Imperial Topase. Topaze Damals hatte Deutschland am Schneckenstein eine eigene Abbaustätte für den begehrten Edelstein.

Chemie und Optik

Technisch gesehen ist der Imperial Topas Topaz ebenso interessant wie optisch. Seine Härte von 8 auf der Mohsskala macht ihn zu einem der widerstandfähigsten Edelsteine der Welt. Sein spezifisches Gewicht ist dem des Diamanten gleich (3,53).

Der Imperial Topas Topaz ist in seinen Farben (Gold-Orange-Cognac-Pfirsich-Rosa-Kirschrot-Violett) sicherlich auch damals eine Seltenheit gewesen. Die speziellen Farbtöne entstehen durch die Einbindung von Phosphor im Kristallgitter. Die allgemeine Begeisterung, die diesem Edelstein entgegengebracht wurde, verdankt er jedoch anderen Gründen. Sein bezaubernd metallischer Glanz verleiht ihm ein unverwechselbares Flair.

Es muss die Kombination des hohen Grades an Refraktion (1,61- 1,638) und der chemischen Zusammensetzung Al2 (SiO4) (F, OH)2 sein, die diesen typischen optischen Eindruck hervorruft. Geschliffene Steine haben auch bei zarten Farben ein intensivrotes Bewegungsfeuer. Verändert man den Betrachtungswinkel, so zeigt der Edelstein unterschiedliche Farbnuancen und Glanzeffekte.

Esoterik

Das esoterische Potential dieses Minerals kann sich ebenfalls sehen lassen. Im alten Ägypten trug man goldfarbene Imperial Topas Topaz Spitzen als Amulette um den Hals. Die Ägypter sahen in dem Stein ihren Sonnengott Ra, der sie durch das Amulett vor diversem Übel bewahren sollte.

In der römischen und griechischen Antike trug man den Stein, um im Kampf zu bestehen, da ihm nachgesagt wurde, den Verstand zu schärfen, und seinem Träger Mut zu verleihen.

In der Partnerschaft soll der Stein Liebe und Leidenschaft erwecken. Auch in der Heilpraxis findet der Imperial Topas Topaz seit der Antike Anwendung (mentale Probleme, Depressionen, Fruchtbarkeitsprobleme, Entgiftung des Körpers).

Weltmarkt

Ein Großteil der Gesamtproduktion des Imperial Topas Topaz wird von Japan und den USA angekauft, was die Situation in der restlichen Welt zu verschärfen scheint. In Europa sind es vor allem die Pariser Schmuckdesigner und Goldschmiede, die ihn immer mehr für sich entdecken.

Dieser Trend wird durch die Tatsache verstärkt, dass Frankreich 2005 seine traditionell guten Beziehungen zu Brasilien feiert, und da der Imperial Topas Topaz wie kein anderer Edelstein Brasilien repräsentiert, steht der Edelstein nun wieder im Zentrum gediegener Schmuckkreationen.

Seither sind sechs Jahre vergangen und ich spüre ein starkes Interesse im nördlichen Teil Italiens, sowie auch in Deutschland. Besonders nachgefragt werden seltene Farben.

Vorkommen

Bis vor wenigen Jahren wurde in Asien (Pakistan) und Russland gewinnbringend Imperial Topas Topaz abgebaut. Von diesen Minen hat eine nach der anderen die Produktion eingestellt, da immer seltener und unter sich verschärfenden Bedingungen, Kristalle von guter Farbe gefunden wurden.

In der neuen Welt wurde um 1730 in Brasilien eine bedeutende Lagerstätte entdeckt. Seit 200 Jahren wird der Imperialtopas nun schon in der Gegend von Ouro Preto abgebaut. Mittlerweile ist diese Region die einzige, die imstande ist, den Weltmarkt mit dem Mineral zu versorgen.

Die Gesamtproduktion an augenreiner Ware liegt bei 100000 Carat jährlich, was uns die Seltenheit des Minerals nochmals drastisch darstellt. Im Imperial Topas Topaz Gürtel westlich von Ouro Preto werden ca. 100 kg des begehrten Kristalls pro Jahr gefunden.

Nur ein kleiner Teil dessen wird auch tatsächlich geschliffen. Um diese Menge an Imperialtopasen zu schürfen, werden mehr als 150000 Kubikmeter an gelb- bis rotbraunem Talk abgebaut. Nur in diesem Horizont (Tiefe:1m bis 8m) befinden sich Kaolinadern, in denen man den Imperial Topas Topaz zusammen mit anderen Mineralien findet. Begleitmineralien sind Quarz, Rutil, Hämatit sowie der seltene grüne oder blaue Euklas.

Farbe, Preis und Farbtafel

Nur etwa ein halbes Prozent der Kristalle, welche geschliffen werden, hat die Farbe Sherry. Noch seltener anzutreffen sind die Farben Lila und Purpur. Manchmal findet man auch zweifärbige Steine sowie Spitzen, die an beiden Enden ausgebildet sind.

Die am Markt gängigsten Farben sind Goldgelb und Cognac.

Der Preis für ein Carat facettierten, augenreinen Imperial Topas Topaz liegt für die Farbe Gold zwischen 200 und 400 Euro pro Carat. Kirschrote Steine kosten je nach Intensität und Größe zwischen 2000 und 4000 Euro pro Carat.

Steine mit einer Größe von 20 Carat oder mehr sind selten, und erzielen deshalb Liebhaberpreise. Aufgrund der großen Farbpalette, derer sich der Imperial Topas Topaz bedient, haben wir eine Farbtafel kreiert, die dessen Farben idealtypisch wiedergibt.

Wir scannen und fotografieren unsere Steine bestmöglich. Trotzdem kann es dabei zu Abweichungen von der Realität kommen, welche wir durch die Farbtafel zu kompensieren versuchen.

Natur oder behandelt?

Es wird viel gerätselt, ob ein Stein auf irgendeine Weise behandelt wurde. Bei Recherchen (auch im Internet) musste ich feststellen, dass Topas Topaze im Umlauf sind, die zum Teil besprüht, zum Teil thermisch behandelt wurden.

Es handelt sich dabei um intensivbraune bis orangebraune Steine von bis zu 70 Carat Größe. Diese Steine haben mit unserem seltenen und dadurch wertvollen Imperial Topas Topaz nichts zu tun, selbst wenn Sie unter diesem Namen angeboten werden. Oftmals kommen sie nicht einmal aus Brasilien, sondern aus Pakistan, etc. Bei der thermischen Behandlung erhitzt man den Stein für 40 min. auf 565°C. Erhitzen, sowie Abkühlen muss langsam vor sich gehen.

Ein Großteil der Imperial Topas Topaze erweist sich nicht als geeignet, derart erhitzt zu werden, da sich im Mineral minimale Flüssigkeits- und Gaseinschlüsse befinden, die explodieren, und so das Mineral zerstören. Es besteht die Möglichkeit, gelblichbraune bis orangefarbene Ware zu erhitzen, und so Töne, wie Pfirsich, Pink und Rosa zu erhalten.

Die so erhaltene Farbe verblasst unter Sonnenlicht nicht, was jüngste Studien bewiesen haben. Durch nochmaliges Erhitzen lässt sich die Farbe nicht weiter verändern. Meine Ware ist nicht thermisch behandelt; ihr Weg führt direkt von der Mine über deren Tochterfirma, welche die Rohware weiterverarbeitet, zu mir. Betrügerische Absichten eines oder mehrerer Zwischenhändler sind also ausgeschlossen.

In den letzten Jahren ist es in der Mine zu mehreren bewaffneten Überfällen gekommen. Die Beute wurde nie gefunden, was bedeutet, dass sie sich noch im Umlauf befindet. Es wird davon ausgegangen, dass die gestohlene Ware außer Landes geschmuggelt wurde (Brasilien hebt für die Ausfuhr von Rohware Exportzölle ein), um in Asien geschliffen zu werden, und erst dann auf dem amerikanischen und europäischen Markt verkauft zu werden.

Der europäische Markt

Seit 2005 bemühe ich mich darum, dem Imperial Topas Topaz den Stellenwert zurückzugeben, den er durch Jahrhunderte hatte, und der durch den Niedergang der Monarchien bedroht schien.

Der Imperial Topas Topaz ist preislich und qualitativ gesehen dem high end Bereich der Schmuckindustrie zuzuordnen, was ich als positives Faktum sehe, da die Umsätze in der mittleren Preisklasse nicht mehr wie in den Jahren davor gemacht werden konnten.

Glücklicherweise vermag das high end Segment in Zeiten einer „baisse“ als einziges ein Umsatzplus zu erzielen. Was an der Place Vendôme in Paris gelingt, kann auch andernorts erfolgreich umgesetzt werden. Das internationale Jet Set kennt in Europa viele solcher Orte.

Orte wie Pörtschach, St. Tropez, Kitzbuehl, Lech oder St. Moritz, aber auch Städte wie Salzburg, Wien oder München haben eine ausgezeichnete Ausgangsposition. Wer am richtigen Ort die richtigen Produkte platziert, wird immer erfolgreich sein. Eine Antwort auf die Frage, welche Produkte die „richtigen“ sind gibt Ihnen mein Pariser Freund Didier Brodbeck mit seinem Magazin „A world of dreams“.

Der Herausgeber und Chefredakteur Didier Brodbeck steht in engem Kontakt zu den Trendsettern der Branche und ist imstande uns die entscheidenden Veränderungen zu vermitteln.